Vom Apotheker zum Personaler

Profilfoto Inka-Trail

Zugegeben: Als ich mich 2017 für die Selbständigkeit entschieden habe, hatte ich mir viele Herausforderungen, die es zu bewältigen galt, überlegt. Mir bleiben heute noch die Sätze eines Zimmermanns im Kopf: „Mit der Bank? Das ist kein Problem. Personal, das ist die größte Herausforderung.“ Er sollte recht behalten. Damit startet dieses Projekt: Vom Apotheker zum Personaler. Warum? Weil es nötig ist. Weil die Mitarbieter*innen das Wichtigste in meiner Apotheke sind, weil Personalmanagement oder das, was ich unter Human Resource verstehe, jetzt und in Zukunft die größte Herausforderung für selbstständige Apothekerinnen und Apotheker ist.

Komm mit auf meine Reise

Ich sage gerne: „Ich bin nur Apotheker.“ Ich glaube heute heißt das mehr. Ich bin Allrounder, ich habe meine Träume und Visionen. Und nein: Ich sollte deswegen nicht zum Arzt gehen. Vieles, was ich als selbständiger und schon als angestellter Apotheker in der öffentlichen Apotheke brauchte und brauche, habe ich nicht gelernt, hat mir nie jemand gezeigt. Trotzdem erwarte ich von mir die Perfektion, die mir während meiner Ausbildung sehr wohl beigebracht wurde, die von mir erwartet wurde und die auch unsere Kunden erwarten. Personalmanagement gehört (noch) auf keinen Fall dazu.

Der Weg ist wahrscheinlich das Ziel

Der Weg scheint lang und nicht zu schaffen. Aber wie so oft in meinem Leben, schaue ich nur bis zur nächsten Kurve. Wer schon mal einen Berg bestiegen hat, kennt vielleicht das Gefühl. Man meint der Weg hat kein Ende. Nach meinem Studium verbrachte ich mit guten Freunden einen Urlaub in Südamerika. Unter Anderem wanderten wir den Inka-Trail nach „Machu Picchu“. Eine beeindruckende Reise. Am zweiten Tag stand die Überquerung eines Passes in knapp 4000 m Höhe an. Wir überwindeten einen Höhenunterschied von 1000m. EINTAUSEND Höhenmeter, untrainiert, naiv und fern der Heimat! Boar, krass. Ich wollte während des Weges oft umkehren und aufgeben, letztendlich war es keine Option. Meine Taktik: Ich schaute auf meine Füße, einen Schritt vor den anderen und immer weitergehen, nicht umdrehen und nicht nach oben schauen. In der beschwerlichsten Phase zählte ich nur noch. 30 Schritte und Pause. Wieder 30 Schritte und Pause. Ich kam oben an. Und dann: Nebel! Ich sah noch das Schild mit der Aufschrift der Höhenmeter und den Namen des Passes. Und Schwupps: Euphorisiert lief ich schon wieder nach unten. Diese Erfahrung prägte mich sehr.

Angst, Frustration, Neid, Wille und Erfolg

Wieder stehe ich vor einem Berg. Er scheint unbezwingbar. Aber ich fange einfach an. Schritt für Schritt. Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich mehr oder weniger stark mit Human Ressource und Personal Recruiting. Anfangs war ich naiv unwissend. „Das bisschen Personal, gutes Gehalt, iPad für jeden, läuft schon“, weit gefehlt. Je mehr ich lese, je ich mich in das Thema einarbeite, desto mehr lerne ich, dass es NICHT läuft. Was wir Apotheker*innen einfach alles verpennt haben, was andere Branchen schon machen, was der „War of Talents“ für mich und meine Apotheke bedeutet und, dass ich so mit wehenden Fahnen einfach untergehe. Angst. Das ist aber keine Option.

Ich sehe was Andere schon machen, was andere Apotheken machen. Wie so oft sieht man nur die Erfolge und meine Gedanken dazu: „Das muss doch auch bei mir funktionieren. Warum will es nicht funktionieren? Warum bewirbt sich niemand und wenn wir jemanden haben, warum passt es dann doch nicht? Frustration und Neid. Doch dann kommt wieder der Wille: „Das muss doch irgendwie gehen. Das kann doch nicht so schwer sein!“ Oft fällt mir Albert Einstein ein: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Also alles auf Anfang, Aufstehen, weitermachen, Schritt für Schritt.“

Ich bin am Anfang

Ich weiß jetzt, dass sehr viel mehr zu gutem Personalmanagement, was sag ich, zu Personalmanagement überhaupt, gehört, als ich dachte, dass Human Ressource nicht nur eine Worthülse ist. Jeder versteht darunter etwas anderes, scheint mir. Ich muss selbst herausfinden, was es für mich bedeutet. Vieles ist unstrukturiert in meinem Kopf, von Vielem habe ich noch nichts gehört, an Vieles habe ich Traum noch nicht gedacht. Mein Ziel ist aber klar: Ich will in meiner Apotheke DEN Arbeitsplatz schaffen. Den Arbeitsplatz, an den wir nicht nur zum Geldverdienen kommen. Den Arbeitsplatz, der nicht nur den Zweck erfüllt, sondern Erfüllung überhaupt ist. Ich will mit meinen Mitarbeiter*innen ein Unternehmen bauen, wie es uns gefällt. Ich bin überzeugt, dass wir dadurch eine innere Zufriedenheit erreichen, deren Positivität sich auf die Kunden überträgt und dann der „Laden fast von allein läuft“.

Ich freue mich auf deine Begleitung

Ich bin nur Apotheker, aber ich kann wachsen. Auf diese Reise will ich alle die mitnehmen, die sich mit meiner Herausforderung identifizieren können. Die auch für Ihre Apotheke und Mitarbeiter*innen einen wunderbaren Arbeitsplatz schaffen wollen. Wir werden Neues und Interessantes entdecken, wir werden spektakuläre Dinge erfahren und hinterher als Non-Sense oder Nicht-zielführend verwerfen. Wir werden Frustrierendes lesen, wir werden in eine falsche Richtung laufen, wir werden fallen und wieder aufstehen, Schritt für Schritt bis zur nächsten Kurve und am Ende auf dem Pass stehen und feststellen: „Nebel. Aber: Läuft schon.“

Ich danke dir fürs Lesen und hoffe ich darf dich mitnehmen. Ich gebe dir meine Erfahrungen, meine Eindrücke, meine Gefühle. Aber ich will auch was von dir. Quid pro Quo. Deine Meinung, deine Erfahrungen sind mir wichtig. Lass uns gemeinsam unsere Apotheken für unsere Mitarbeiter weiter entwickeln. Schreibe mir also deine Gedanken. Ich freue mich auf dich.

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